Das Thema meiner Fotografie soll in Richtung Dokumentation gehen. Um sich dem Thema besser nähern zu können habe ich den Dokumentationsfotografen Ilkay Karakurt befragt. Hier in Kürze, was er mir gesagt hat:
Beschäftigung mit Arbeiten von FotografInnen, Zugang über Fotobücher
Interessante Fotografen:
Claudine Doury
Susan Lipper
Rinko Kawauchi
Sanne de Wilde
Benedicte Kurzen
Nan Goldin
Lindokuhle Sobekwa
Ren Hang
Alec Soth
Bryan Schutmaat
Joachim Brohm
Bieke Depoorter
Kontext ist immer wichtig. Sonst ist es nur ein Foto.
Ilkay Karakurt
Mit diesen Punken geht’s also los in das Land der Dokumentationsfotografie…
Es war am 21. August 2021. Da begleitete ich fotografisch, als der „Freund mit der Kamera“, meine erste Hochzeit. Nun aber erstmal ein paar technische Daten:
Dauer: 14:00h bis 03:30h am Folgetag
Fotos: 1613 Einzelbilder mit einer Gesamtgröße von etwa 22GB, entspricht bei meiner SD-Kartensammlung etwa 3,5 Karten.
Videos: 6x, gemacht mit dem Handy, werden nicht weiter bearbeitet
Batterien: 2x gewechselt, in der Zwischenzeit konnte ich eine Steckdose finden und einen Akku laden, da ich nur 2 besitze.
Objektive: alle 3 verfügbaren Objektive (9mm, 20mm, 45mm) kamen zum Einsatz. Die 20mm und 45mm wurden etwa gleich häufig verwendet. Die 9mm wurden nur 1x benutzt.
Kamera: kein Defekt, die Gesichtserkennung bei abgedunkeltem Raum war nicht immer sehr zuverlässig.
Stative: 2 Stück hatte ich dabei, eins für mein Handy um die Videos zu machen und ein Ministativ für die Kamera, das ich vor allem im Festsaal bei wenig Licht verwendet habe.
Da ich gleichzeitig Gast und Fotograf war, habe ich nicht 100% meiner Zeit auf das Fotografieren verwendet. Da ich aber auch Fotograf war, bin ich doch öfters aufgestanden und war mobiler als die anderen Gäste. Die Technik hat mich dabei nicht im Stich gelassen und ich konnte alles fotografieren, was ich fotografieren wollte.
Was habe ich gelernt?
Meine Vorbereitung und meine Ausstattung ist ausreichend. Vielleicht hätte ich etwas weniger oft das Objektiv wechseln müssen, wenn ich ein Zoom-Objektiv besessen hätte. Was gefehlt hat, war das Gespräch mit den fotografierten Menschen. Ich hätte, im Nachhinein betrachtet, etwas öfters auf die Personen zugehen können und auch „gestellte“ Fotos machen können. So habe ich fast nur „beobachtende“ Fotos, von denen ich wahrscheinlich viele aussortieren werde, da dieses oder jenes nicht passt.
Über die Bearbeitung der Fotos gibt es vielleicht später einen weiteren Eintrag, wenn diese abgeschlossen ist.
Es war ein großer Platz mit vielen Fahrrädern und einer Bühne. Auf der Bühne wurden Reden gehalten und es war auch das Zentrum der Aufmerksamkeit. Daneben gab es Mülleimer, die stabil genug waren für mich um darauf zu stehen. Dadurch konnte ich über die Menge blicken.
Durch die Wahl meines Objektives war ich sehr flexibel und konnte zwischen weitwinkeligen und sehr gezoomten Aufnahmen hin und her wechseln ohne das Objektiv zu tauschen.
Nachbearbeitung
Die Nachbearbeitung der Bilder musste relativ schnell gehen, da diese zeitnah veröffentlich werden sollten. So habe ich aus den rund 400 Bildern eine erste Auswahl mit etwa 100 Bildern getroffen und anschließend bei der Bearbeitung nochmals gefiltert und bin schließlich bei rund 60 Bildern gelandet. Diese 60 Bilder habe ich dann per Google-Drive an die verantwortlichen Personen übermittelt.
Die Bearbeitung war relativ einfach. Meist ging es darum einen passenden Bildausschnitt zu wählen, den Kontrast ein wenig zu erhöhen und die Farben ein bisschen intensiver scheinen zu lassen. Eine Schwierigkeit bei der Bildbearbeitung waren die stark wechselnden Lichtverhältnisse (bewölkt, direkter Sonnenschein). Dadurch sind einige Bilder etwas dunkel geworden, andere leuchten stark.
Was habe ich gelernt?
Wieder habe ich vergessen aus der 4. Richtung den Platz zu fotografieren.
Das Objektiv war von der Brennweitenflexibilität her gut, aber etwas „billig“. Die Bilder waren nicht super-scharf und auch konnte ich bei F4.0 – 5.6 nicht richtig Motive freistellen.
Die Höhe vom Mülleimer hat nicht ganz gereicht um die „Menge“ der Demonstranten zu zeigen. Eine noch höhere Position wäre schön gewesen, wäre auch möglich gewesen, ich habe es schlicht vergessen…
Wie bereits beschrieben, bin ich nun fotographisch und ehrenamtlich für eine Obdachlosenzeitung unterwegs. Nun war mein erster Einsatz. Das zu dokumentierende Projekt ist ein Bauwagen mit Küche, an dem kostenlos bzw. gegen eine kleine Spende Mittagessen ausgegeben wird. Außerdem gibt es auf dem Areal drumherum Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche.
Areal mit Personen, die unterschiedlichen Aktivitäten nachgehen
Vorbereitung:
Wetter: Termin so gewählt, dass die Regenwahrscheinlichkeit niedrig war
Batterien aufgeladen
Genügend Speicherplatz
Einsatz vor Ort
Das habe ich gemacht:
viele Fotos
teilweise an Gesprächen teilgenommen, dann wieder losgezogen um Fotos zu machen
auf Pfosten gestiegen um einen anderen Blickwinkel einzunehmen
das Gelände von drei Seiten her fotografiert
Portraits von Einzelpersonen gemacht
Häufig das Objektiv gewechselt zwischen den 20mm und den 45mm
Das habe ich nicht gemacht:
auf die Einstellung schauen: Zwei, drei Mal habe ich im A-Modus die Blende eingestellt und dann einfach nicht mehr darauf geachtet. Einmal noch die Belichtungskorrektur verwendet.
die vierte Seite fotografieren: schlicht vergessen…
über Kamera/Technik gesprochen: hat schlicht keinen interessiert
Fazit:
Vor Ort passieren die Dinge schnell. Die Menschen sind mit ihren eigenen Dingen beschäftigt und haben wenig bis keine Zeit und Lust für Fotos zu posieren. Also muss alles schnell bzw. unauffällig geschehen. Somit wird die Vorbereitung umso wichtiger. Auch wären wahrscheinlich nicht so viele Objektivwechsel nötig, sondern ich hätte einfach zwei Abschnitte machen können, einen mit dem 20mm-Objektiv und einen anderen Abschnitt für die Portraits mit dem 45mm-Objektiv. Außerdem nicht vergessen: zurückschauen und nochmal prüfen ob aus allen Blickwinkeln fotografiert wurde. Insgesamt kann man sagen: schön und lehrreich wars.
Im Sommer steht eine Hochzeit an, auf der ich als „Freund mit Kamera“ ein bisschen fotografieren darf. Dafür möchte ich mich in zwei Bereichen darauf vorbereiten: Kopf und Hände bzw. Wissen und Equipment.
Wissen
Bevor ich ankomme sollte ich folgende Dinge wissen:
Ort:
An wie vielen und an welchen Orten (drinnen/draußen) findet die Hochzeit statt?
Gibt es ortsspezifische Einschränkungen für die Fotografie? Blitzverbot?
Gibt es Steckdosen, an denen ich Batterien laden kann?
Von wo kommt die Sonne?
Zeit:
Wie sieht der Zeitplan für den Tag aus?
Vorbereitung, Aufbau, Schminken
Trauung
Empfang
Programm
Reden
Abendessen
Tanz
Party
Gibt es einen Zeitabschnitt für Gruppenfotos?
Gibt es einen Zeitabschnitt an denen keine Fotos gemacht werden sollen?
Menschen:
Wie viele Besucher kommen?
Gibt es Personen, die besonders häufig/gar nicht fotografiert werden sollen?
Wer organisiert das ganze und kann bei Fragen angesprochen werden?
Equipment
Wie bereite ich mein Equipment vor?
Batterien
alle aufladen
auch die Batterien des Blitzes
Speicherkarten
alle leeren und formatieren
auf Funktionsfähigkeit testen
Kamera
Standardeinstellung prüfen
Benötigte Funktionen nochmals durchgehen
putzen
Objektive
überlegen, welche nötig sind
putzen
Kameratasche
Zubehör packen
Putzsachen
Wasser
Damit sollte an alles gedacht sein. Ob das wirklich so ist, werde ich dann am Tag der Tage herausfinden.
Bisher konnte ich noch nicht so viel mit meinem Blitz (Olympus FL-36; gebraucht 40€) fotografieren wie ich wollte. Vor allem folgende Dinge möchte ich noch machen:
Bedienungsanleitung lesen
Für die Kamera passende Einstellung im Blitz finden
Weiter experimentieren
Was ich schon geschafft habe:
Passende Batterien für den Blitz finden
Den Blitz zum Laufen zu bringen
Ein paar Testbilder schießen
Folgende Testbilder sind auch schon entstanden. Leider habe ich die dazugehörige Einstellung nicht aufgeschrieben. Von daher bin ich so schlau, als wie zuvor.
Aber, auch wenn ich nichts weiß, so hab ich doch eine Meinung zu den Testbildern. Hier ist sie:
Bild 1
In Bild 1 war der Blitz vermutlich leicht schräg ausgerichtet (~45°), so dass das Licht von oben kommt und die Tischlampe einen Schatten unten auf die Wand wirft.
Bild 2
Bei Bild 2 war die Kamera noch falsch eingestellt, so dass dieses Bild überbelichtet ist. Der Blitz war vermutlich direkter auf die Tischlampe ausgerichtet.
Bild 3
In Bild 3 habe ich es geschafft, die Verschlusszeit der Blende so anzupassen, dass die Tischlampe nicht mehr ganz so überbelichtet ist.
Bild 4
Bei Bild 4 habe ich den Blitz um 90° angewinkelt und die Wand neben der Tischlampe angeblitzt. der Effekt ist seitlich einfallendes, indirektes Licht, das insgesamt natürlich nicht so hell ist, wie der direkte Blitz.
Wikipedia hat eine gute Antwort auf diese Frage. HDR steht dabei für „High Dynamic Range“.
Für mich ist vor allem folgendes wichtig: ein HDR-Bild ist eine Kombination aus mehreren Bildern, die unterschiedlich belichtet sind. Ziel dieser Stapelung ist eine Vermeidung von Über- und Unterbelichtung im Bild. Im Folgenden zwei Beispiele:
Bild (1) ohne HDR
Bild (1) wurde so belichtet, dass die Details außerhalb des Fensters gut zu erkennen sind. Dadurch wurde der Innenraum unterbelichtet und ist sehr dunkel.
Bild (2) mit HDR
Bild (2) besteht aus Bild (1) und einem weiteren Bild, in dem der Innenraum besser belichtet ist. So können in beiden Bereiche (innen/außen) gleichermaßen gut erkannt werden.
Die HDR-Funktion ist in vielen modernen Smartphones implementiert, so dass relativ einfach durchgängig gut belichtete Fotos gemacht werden können.
Meine Bilder sind momentan ohne Sicherung in einem Ordner auf meiner Festplatte. Es gab mal schwache Bestrebungen von mir sie auf Flickr oder Google Pictures zu sicher. Diese Ansinnen sind bisher im Sande verlaufen.
In einem nächsten Schritt plane ich den aktuellen Stand auf eine externe Festplatte sichern. Um ehrlich zu sein, schätze ich meine Fotokunst aktuell noch nicht so hoch ein, dass ich viel in deren ewigen Erhalt investieren möchte.
Um meinen Speicherbedarf abzuschätzen verwende ich folgende Annahmen:
1 Tag fotografieren: ~4GB Speicherbedarf (für meine Canon 500D mit 15 MPix)
45 Tage im Jahr gehe ich fotografieren (Sonntagsspaziergang)
+5 Tage Urlaubsfotografie pro Jahr
Preis externe Festplatte mit 1TB: ~50€
Speicherbedarf pro Jahr [y] = Tage pro Jahr [d/y] * Speicherbedarf [GB]/Tag [d] = 50 d/y * 4 GB/d = 200 GB/y
Mit diesen 200 GB/y brauche ich 5 Jahre um 1 TB voll zu machen. Somit wären meine Kosten für die Speicherung 5€/Jahr. Das klingt jetzt nicht nach sehr viel… Vielleicht sollte ich doch öfters sichern und mir nicht so viele Gedanken um die Kosten machen.
Mir ist es in letzter Zeit häufiger passiert, dass ich Bilder überbelichtet habe. Das führt dazu, dass keine Details mehr im überbelichteten Bereich zu sehen sind. Meist ist dieser Bereich der Himmel, der sehr hell im Vergleich zum restlichen Bild ist. Hier ein Beispiel von einem überbelichteten Bild.
Bild 1: überbelichtet.
Die rechte Seite vom Bild ist überbelichtet und es sind keine Details mehr in den Wolken erkennbar.
Zu lösen ist diese Problem relativ einfach mit der Kamerafunktion „Belichtungskorrektur“, bei der man Stufenweise das Bild heller (+) oder dunkler (-) machen kann.
Symbol für Belichtungskorrektur
In der Nachbearbeitung ist auch noch eine Korrektur der Belichtung möglich, wobei, wenn es schon zu hell aufgenommen wurde, dann ist meistens nicht mehr viel zu retten.
Hier ein etwas dunkleres Bild vom gleichen Motiv, das mehr Details in den Wolken erkennen lässt.
Bild 2: gleiches Motiv mit Belichtungskorrektur.
Der linke Teil wird nun insgesamt etwas dunkler, ist aber noch nicht ganz im Schwarzen versunken und lässt sich mit entsprechenden Nachbearbeitungstricks wieder ein wenig aufhellen, so es denn gewünscht ist.
Es gibt verschiedene Methoden eine Bildkomposition zu gestalten. Eine davon ist das „Freistellen“ von Elementen im Bild. Durch das Freistellen wird etwas hervorgehoben und der Blick des Betrachters wird entsprechend gelenkt. Auch hilft es in komplizierten Kompositionen ein wenig Ordnung in das Bild zu bekommen.
Hier folgt nun ein Beispiel:
Laterne zwischen Ampeln und Kränen
In diesem Bild wurde das Element „Straßenlaterne“ von all den anderen Elementen im Bild freigestellt und rückt somit ins Zentrum des Interesses. Durch die Freistellung schneidet die Straßenlaterne im oberen Drittel keine der sechs Kräne und wird auch sonst nicht von Ampeln oder sonstigen Kabeln gekreuzt. Dies gelang durch die entsprechende Positionierung des Fotografen.